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Lehmkuhlener Pony

Das Lehmkuhlener Pony – eine Legende auf vier Hufen

Nur noch rund 56 Tiere weltweit – und jedes einzelne trägt ein Stück deutscher Pferdegeschichte in sich.

Das Lehmkuhlener Pony ist nicht einfach eine seltene Ponyrasse. Es ist ein lebendiges Kulturerbe aus Schleswig-Holstein, entstanden aus der Vision einer außergewöhnlichen Frau: Agnes Baronin von Donner.

Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Baronin auf Gut Lehmkuhlen bei Plön mit der Zucht eines besonderen Ponys: elegant genug für die Kinder des Adels, gleichzeitig robust, leistungsbereit und wetterfest für das Leben im Norden. Mit großer Leidenschaft führte sie handschriftliche Zuchtbücher und schuf eine Rasse, die schnell weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus bekannt wurde. Auf den Weiden von Gut Lehmkuhlen lebten zeitweise bis zu 80 Ponys.

Doch die Geschichte nahm eine dramatische Wendung. Nach dem Verkauf des Gutes im Jahr 1953 wurde die Zucht aufgelöst, die Ponys verstreuten sich über ganz Deutschland und galten schließlich sogar offiziell als ausgestorben. Nur durch das Engagement weniger leidenschaftlicher Züchter konnte die Rasse gerettet werden.

Heute stehen die Lehmkuhlener Ponys erneut vor einer großen Herausforderung: Aktuell existieren nur noch etwa 56 Ponys weltweit. Damit zählt die Rasse zu den seltensten Pferderassen Deutschlands und wird als extrem gefährdet eingestuft. Jeder Nachwuchs, jede Zuchtstute und jedes Fohlen ist von unschätzbarem Wert für den Erhalt dieser einzigartigen Linie.


Und genau das macht das Lehmkuhlener Pony so besonders:

Wer einem Lehmkuhlener Pony begegnet, spürt sofort seinen besonderen Charakter: freundlich, klug, aufmerksam und voller Lebensfreude. Diese Ponys sind keine Massenware – sie sind seltene Persönlichkeiten mit Geschichte.

Das Lehmkuhlener Pony ist nicht nur eine Pferderasse. Es ist das Vermächtnis der Baronin von Donner, die Leidenschaft engagierter Züchter und die Hoffnung, dass auch kommende Generationen dieses einzigartige norddeutsche Pony noch erleben dürfen.

Denn wenn heute eines dieser Ponys über die Weiden läuft, dann läuft dort nicht nur ein Pferd – sondern über 100 Jahre Zuchtgeschichte, Herzblut und Tradition.

Die Rasse wird von der Interessengemeinschaft Lehmkuhlener Pony betreut, die sich im Jahr 2014 gegründet hat, um die Erhaltung, Weiterentwicklung und Förderung dieser besonderen Ponypopulation zu sichern. Auf der hompepage der Interessengemeinschaft findet ihr alle Zuchtstuten und Hengste, Fohlen und auch Verkaufsponies.

Derzeit wird das Lehmkuhlener Pony ausschließlich beim Zuchtverband für Deutsche Pferde (ZfdP) geführt und züchterisch betreut.

Zuchtziel

Ziel der Zucht ist ein mittelgroßes (125 cm bis 147 cm), harmonisches und leistungsbereites Pony mit:



Farben des Lehmkuhlener Pony

Braun

Dunkelbraun/Schwarzbraun

Rappe

Fuchs

Braunfalbe
Bay Dun

Dunkelbraunfalbe
Brown Dun

Graufalbe/Mausfalbe
Blue Dun/Grullo

Fuchsfalbe
Red Dun

Braun stichelhaarig
Bay Roan

Dunkelbraun stichelhaarig
Brown Roan

Blue Roan/Rappe stichelhaarig

Red Roan/Fuchs stichelhaarig

Braunwindfarben
Silver Bay

Dunkelbraunwindfarben
Silver Brown

Rappwindfarben
Silver Black

Füchse können genetisch das Silver Gen "tragen" und vererben, im Phänotyp selber sieht man es nicht.

Tobiano Braunschecke
Tobiano Bay

Tobiano Dunklelbraunschecke
Tobiano Brown

Tobiano Rappschecke
Tobiano Black

Tobiano Fuchsschecke
Tobiano Red/Sorrel/Chestnut

Das Lehmkuhlener Pony soll sowohl als Familien-, Freizeit- und Fahrpony als auch für Zucht und Sport geeignet sein.

Zuchtmethode

Die Zucht erfolgt als Reinzucht mit offenem Zuchtbuch.

Das bedeutet:

Die Aufnahme der Gründerstuten und Gründerhengste erfolgt in 2018 bis einschließlich 2020.
Der Umfang der Population beträgt (Stand: 01.01.2021):
Stuten: 16
Hengste: 6

Nachzucht aus der Verpaarung von Lehmkuhlener Stute x Fremdbluthengst oder Fremdblutstute x Lehmkuhlener Hengst (jeweils der zur Blutauffrischung zugelassenen Fremdblutrassen) bekommt ein Lehmkuhlener Papier. Hengste können ab einem Blutanteil von 75 % gekört werden (Hengstbuch I), Hengste mit geringerem, aber mind. 25 % Lehmkuhlener Blutanteil werden in das Hengstbuch II eingetragen und können auch decken. Stuten werden ab einem Blutanteil von 75 % in das Stutbuch I eingetragen, mit geringerem, aber mind. 25 % Blutanteil in das Stutbuch II.

„Lehmkuhlener Ponys“ sind Anpaarungsprodukte von „Lehmkuhlener Ponys“ untereinander
oder Nachkommen von eingetragenen „Lehmkuhlener Ponys“ mit Ponys der zugelassenen
Rassen, sofern diese in das Zuchtbuch des Lehmkuhlener Pony eingetragen sind.

Die für die Rasse des Lehmkuhlener Pony zugelassenen männlichen und weiblichen Veredler
erhalten einen entsprechenden Vermerk im Zuchtbuch sowie ggf. in der Zuchtbescheinigung.

Männliche und weibliche Tiere folgender Rassen sind zugelassen, sofern sie dem Erreichen
des Zuchtziels förderlich sind:

• Fell-Pony
• Welsh Pony Sektion A
• Welsh Pony Sektion B
• Dartmoor-Pony
• Deutsches Reitpony (mit Lehmkuhlener-Blutanteil)


Fellpony

Welsh A Pony

Welsh B Pony

Dartmoor Pony


Deutsches Reitpony mit Lehmkuhlener Blutanteil
Hengste der Rassen

• Dülmener


Dülmener Hengst

Stuten folgender Rassen

• Hackney-Pony
• Pottok-Pony
• Shetland-Pony ab 105 cm
• New Forest Pony

Hackney Pony

Pottok Pony

Shetland Pony

New Forest Pony

Herkunft

Beheimatet ist das Lehmkuhlener Pony in Schleswig-Holstein – dem Land zwischen Nord- und Ostsee. Diese Herkunft spiegelt sich auch im Leitmotiv der Rasse wider:

„Das Pony zwischen den Meeren“
Robust aufgewachsen im norddeutschen Klima, vereint das Lehmkuhlener Pony die Widerstandsfähigkeit traditioneller Landponys mit der Eleganz und Ausstrahlung moderner Reitponys.

Lehmkuhlener Pony – vielseitig, charakterstark und unverwechselbar norddeutsch.